Cui bono?

Das Objekt ist fest in der Wand verankert und in keiner Weise beweglich. Ein solches befindet sich gegenüber der einen oder anderen der zahlreichen Aufzugtüren im Marburger Uniklinikum. Man kann das Gerät (?) weder als Ablage nutzen noch darauf sitzen. Wem und wozu es dienen mag, konnte ich nicht ergründen; aber vielleicht sollte man froh und dankbar sein, wenn in unserer von Zwecken und Sachzwängen geordneten Welt ein derart irritierendes und rätselhaftes Gebilde seinen Platz behaupten kann.

Aus dem Nachleben der Bilder

z.B.

ein Schaltkasten am Straßenrand in Bad Nauheim.

Vielleicht erinnert sich nicht sofort jeder an das Original des Picassobildes:

Zur Erläuterung: der Schaltkasten befindet sich nicht weit von einem Schulkomplex, und gelegentlich erhalten Schüler die Möglichkeit, solch eine graue Fläche zu bemalen – vielleicht als Teil eines Projekts im Kunstunterricht.

“Stille Post“: nimmt man wahr, was alles verloren gegangen ist auf dem Weg von der Vorlage bis zur summarischen Wiedergabe auf dem Kasten, wächst die Bewunderung für das Original.

Ungewiss bleibt, ob die auf die beiden Gesichter zielende Spray-attacke nur der Person oder der Arbeit eines Schülers/einer Schülerin gegolten hat, oder ob vielleicht bereits in Picassos Komposition etwas angelegt war, was Mob-Aggressionslust provozieren kann.

Kleine Kostbarkeiten, für die ich mich bedanke

Kürzlich ging mein achtundachtzigstes Jahr zu Ende.
Die Umstände gaben keinen Anlass zum Feiern; aber
liebe Freunde haben mir mit so schönen Presenten
gratuliert, dass es schade wäre, sie nicht herumzuzeigen.

Hier ein paar Beispiele:

Hartmut B. : Vermeers Milchgießerin im Freien.
Dazu die Landschaft bei Corinth zu leihen –
darauf muss man erst mal kommen!

Dieter-Otto B. : Wie man den Baum an jedem einzelnen Blatt erkennt, so genügen schon einige Quadratzentimeter, um zu wissen, wer da am Werk war.

Peter A. : . . . gibt es nicht ab und zu kleine Rest-Stücke (von irgendetwas, das nicht gelungen ist,) die man aber doch nicht wegwerfen mag? . . .

So schrieb er, und hat er denn nicht recht?

Margret F. : ein Hinterglasbild mit dem den Betrachter testenden Titel “Nähe

 

Merkbuchseite

(Bleistift)

ein zufälliger Blick – einfache Dinge in einer alltäglichen Gruppierung, die so nie wiederkehrt – also die Hantierungen unterbrechen und sich Zeit nehmen, um genau hinzuschauen.